Schlammpackung - (03)
Wirkmechanismus:
Die Behandlung erfolgt mit dem aus der Tiefe des Hévízer Sees gewonnenen Schlamm. Der Hévízer Schlamm ist ein Mischtyp, der sowohl organische als auch anorganische Materialien enthält und größtenteils pflanzlichen Ursprungs ist.
Wir unterscheiden die physikalischen, chemischen und physiologischen Wirkungen des Schlamms.
- Wärmeeffekt: Die allgemein anerkannteste und als bedeutendste angesehene Wirkung des Schlamms. Er hat eine hohe Wärmespeicherkapazität und sorgt für eine anhaltende Wärmebehandlung.
- Dichte: Wirkung des aus dem Gewicht des Schlamms resultierenden Drucks auf das Gewebe
- Reibungseffekt: Die feinen Bestandteile des Schlamms dringen in die Hautfalten ein und reizen sowohl lokal als auch durch vegetative Reflexprozesse die inneren Organe.
- Chemische Wirkung: Isotopenstudien haben gezeigt, dass bestimmte Stoffe durch die Haut aufgenommen werden.
- Physiologische Wirkung: Durch die Wärme des Schlamms entspannen sich die Muskeln, die Dehnungsfähigkeit von collagenreichen Geweben (z.B. Sehnen, Muskeln, Gelenkkapseln) nimmt zu. Es entsteht eine deutliche Erweiterung der Blutgefäße, die den Stoffwechsel steigert und somit eine schmerzlindernde Wirkung hat. Im behandelten Gelenk verbessert sich die Durchblutung, die Sauerstoffversorgung des Gewebes und der Schmerz lässt nach.
Die Aktivität der Zellen, die an der Funktion des Immunsystems beteiligt sind, nimmt zu, was eine entzündungshemmende Wirkung hat.
Der Schlamm hat eine osmotische Wirkung, wodurch Fett- und Feuchtigkeitsanteile aus seiner Umgebung entzogen werden. Dadurch lässt sich überschüssige Feuchtigkeit in den Gelenken leicht entfernen.
Behandlungsablauf:
Die traditionelle Schlammbehandlung erfolgt mit 42 Grad warmem Schlamm (dazu steht uns ein spezieller Kessel zur Verfügung, der eine konstante und zuverlässige Temperatur gewährleistet), der auf den entsprechenden Körperteil aufgetragen wird.
Behandlungsdauer:
20 Minuten.
Indikation:
Abnutzungsbedingte chronische Wirbelsäulen- und Gliedmaßengelenkerkrankungen (Schulter-, Ellenbogen-, Handgelenk-, Hüft-, Knie-, Sprunggelenksarthrose), Spondylose, Muskelschmerzen, entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen im inaktiven Stadium, Lösung von nach einem Bruch steif gewordenen Gliedmaßengelenken, nahezu die einzige Behandlungsmethode nach Hüft- und Knieprothesen.
Hervorragend geeignet für Hautkrankheiten wie Psoriasis, Seborrhoe, Hyperkeratose.
Kontraindikationen:
- Herz- und Kreislauferkrankungen: Innerhalb von sechs Monaten nach einem Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, der nicht auf eine medikamentöse Therapie reagiert
- Venenentzündung
- Schilddrüsenüberfunktion
- Epilepsie, Multiple Sklerose
- Entzündungsphase von Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Inkontinenz (Teilweise oder vollständige Unfähigkeit, Stuhl oder Urin zurückzuhalten)
- Blutungen, Einnahme von Blutverdünnern, Menstruation
- Nach einer Krebserkrankung für 5 Jahre und auch danach nur nach individueller Abwägung
- Ansteckende Krankheiten
- Offene Wunden, Verletzungen, ansteckende Hautkrankheiten
- Fieberzustand
- Schwangerschaft
- Krampfadern, akute Entzündung.